Dieses alte plattdeutsche Lied hat mit der Freikörperkultur nicht gerade viel zu tun - es ist eigentlich mehr das Spiel, welches ich an dieser Stelle vorstellen möchte, dazu noch das Lied und eine kurze Geschichte zu den Brüdern Wolf.Da man heute nur noch recht schwer an solche Eisenringe heran kommt, kann man von ausgedienten alten »Drahteseln« einfach die Räder
Mit dem Begriff „Tüdelband” bezeichnet der Hamburger nicht nur einen einfachen Bindfaden, sondern auch einen Eisenring für Holzfässer, bekannt auch als Trünnelband oder Trudelreifen.
Diese großen Eisenringe wurden damals von den Kindern gerne als Spielzeug genutzt, wobei sie den Reifen mit der Hand oder mit Stockschlägen durch die Gassen trieben („un he rasselt mit'n Dassel gegen Kantsteen”).
Ein Spiel, welches man durchaus wieder aufleben lassen kann.
Nur so zum Spaß, oder als kleinen Wettkampf bei einem Kinderfest.
(1)
nehmen und die Speichen entfernen. Um die Reifen voran zu treiben, nimmt man entweder die Hand, oder einen Stock. Dabei ist es nicht leicht, den Reifen so voran zu treiben, dass er gerade läuft - ist er zu langsam, gerät er leicht ins trudeln. Es ist also auch gleichzeitig ein Geschicklichkeitsspiel.
![]() (2) |
In fernen Ländern auch heute noch ein beliebter Spielspaß. |
![]() (3) |
|---|
An de Eck steiht'n Jung
An de Eck steiht'n Jung mit'm Tüdelband, in de anner Hand'n Bodderbrod mit Kees. Wenn he bloß nich mit de Been in Tüdel kommt, un do liggt he ok all long op de Nees. Un he rasselt mit'm Dassel gegen'n Kantsteen, un he bit sich ganz jehörig up de Tung. Als he upsteiht, seggt he: Dat hett nich weh dohn, dat is'n Klacks för so'n Hamborger Jung!
Refrain
Jo, jo, jo, klaun, klaun, Äppel wüllt wi klaun, ruck-zuck över'n Zaun. Ein jeder aber kann dat nich, denn he muß aus Hamborg seen.
An de Eck steiht'n Deern mit'm Eierkorf, in de anner Hand'n groten Buddel Rum. Wenn se bloß nich mit de Eier op dat Ploster sleight, un da seggt dat ol all lang: „Bum - bum” Un se smitt de Eiers un de Rum tosomen, un se seggt: „So'n Eierkoken hebb ick geern!” As se opsteiht, seggt se: „Hett nich weh dohn, dat is'n Klacks fõr so'n Hamborger Deern!”
Kurz-Biographie:
Die Brüder Ludwig (1867-1955), Leopold (1869-1926) und James (1870-1943) waren die Söhne des jüdischen Schlachtergesellen Isaac. Wegen des schon damals latenten Antisemitismus nahmen die Brüder den Künstlernamen „Wolf” an und arbeiteten als „Wolf-Trio - Bestes deutsches humoristisches Herren-Gesangs-Terzett”. Sie errangen beachtliche Popularität und Anerkennung - trotzdem verließ James 1906 das Trio, um sich mit einem Zeitungsgeschäft selbständig zu machen. Ludwig und Leopold machten als die Gebrüder Wolf weiter.
1924 nahmen Ludwig und Leopold Isaac ihren Künstlernamen „Wolf” auch als bürgerlichen Namen an.
1926 stirbt Leopold und James nimmt seinen Platz nun ein. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden die Auftritte der Gebrüder Wolf, aufgrund ihrer jüdischen Abstammung, verboten.
1942 werden die Brüder in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt, wobei Ludwig wieder nach Hamburg zurückkehren durfte. James wird 1943 in Theresienstadt ermordet.
Im Alter von 88 Jahren stirbt Ludwig Wolf an seiner Herzschwäche in Hamburg.