Im September 2005 fand dann ein Treffen des Internet FKK Forums www.fkk-freun.de im Saunagarten in Mainaschaff statt. Nach langer Planung erklärten sich Dieter und Horst, zwei Mitglieder des FKK-Forums bereit, sich um mich zu kümmern, so dass ich an dem Treffen teilnehmen konnte. Dieter und Horst haben, obwohl wir uns vorher nicht kannten, mich sehr gut versorgt und ich hatte den Eindruck, dass es allen Beteiligten gut gefallen hat. Nachdem ich über das Forum auch nicht an dauerhafte vernünftige Kontakte zu anderen FKK-Anhängern gekommen war, suchte ich im Internet nach FKK-Seen in der Umgebung von Würzburg. Es müssten Seen oder Plätze sein, die sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, als auch mit dem Elektro-Rollstuhl zumindest halbwegs befahrbar sind. In Grafenrheinfeld, Land- kreis Schweinfurt fand ich schließlich den für mich zugänglichen FKK-Badesee.
Also fuhr ich am 05.08.08 erstmals an den FKK-Badesee nach Grafenrheinfeld. Dort angekommen erlebte ich gleich so einige verwunderliche Dinge:
Als ich da mit meinem Elektro-Rollstuhl ankam, kam ich mir vor, wie einer vom anderen Stern. Ich bin es ja gewöhnt, dass Leute gaffen, wenn sie einen Rollstuhlfahrer sehen, aber so extrem hab ich es selten empfunden. Ich konnte dann sogar das Getuschel hören, »Was will der hier? kennt ihr den? der hat es bestimmt nicht leicht im Leben wegen der Behinderung«....usw. Als ich anfing mich auszuziehen, was im Rollstuhl nicht so leicht und schnell geht, sah man mir zwar sehr interessiert zu, aber keiner kam auf die Idee, dass ich Hilfe brauchen könnte. Gut! Das mit dem Hilfe anbieten kann ich nicht erwarten und ich weiß auch, dass die meisten Menschen vor Behinderten Angst haben und deswegen, lieber so tun, als sehen sie nichts und gaffen fleißig weiter. Die Höhe ist, dass es vorkommt, wenn ich gezielt Leute höflich bitte, ob sie mal mit anpacken würden? die Antwort ist: »Nein, verpiss Dich!« oder »Such dir einen anderen Deppen. ich bin nicht dein Pfleger!«
Ich möchte klarstellen, dass ich es gut verstehen kann, wenn jemand sagt, dass er das nicht möchte oder nicht kann, aber doch bitte im normalen freundlichen Ton, denn ich frage ja auch höflich.
Ich habe festgestellt, dass es unter FKKlern sehr starke Grüppchenbildung gibt: Die, die immer da sind, die Chefs spielen und alles überwachen. Die, die nur still rumsitzen, alles und jeden beobachten und dabei die Hand an den Geschlechtsteilen und/oder am Hintern oder sonst wo haben. Dann die, die nur am Lästern sind. Die normalen Nudisten, die sich unterhalten, baden, essen, trinken, Sonne und die Natur genießen, sind die Wenigsten. |

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Aus allen Erfahrungen, die ich zu dem Thema FKK mit Behinderung gemacht habe, komme ich zu dem Schluss, dass der viel zitierte Satz: "Nackt sind alle Menschen gleich!" nichts als eine leere Worthülse ist. Nackte und Angezogene haben die gleichen Berührungsängste und Hemmungen, sobald sie auf Menschen mit Behinderungen treffen, sofern sie den Um- gang mit Behinderten nicht schon von Haus aus oder durch ihren Beruf gelernt haben und gewohnt sind. Die Leute, die mit mir am See ins Gespräch kamen und mir auch gerne beim Aus- und Anziehen behilflich waren, hatten schon verschiedenste positive Erfahrungen mit Rollstuhlfahrern gemacht, bzw. sind im Pflegebereich tätig. Leute, die nicht mit dem Thema Behinderung vertraut sind, wollen in der Regel auch nicht damit konfrontiert werden.
Würzburg, 19.08.08
V.i.S.d.P.: Stefan S.
Mein abschließender Appell an alle FKKler, speziell an die Vereine lautet: Öffnet Euere Türen für Behinderte, schafft barrierefreie Vereinsgelände, geht gezielt auf Behinderte zu und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Integration von FKKlern mit einer Behinderung! Jeder Verein sollte auch bedenken, dass alle Mitglieder älter werden und vielleicht selbst zu Rollstuhlfahrern werden können, bzw. auf Gehhilfen oder einen Rollator ange- wiesen sind.
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