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Informationsquellen:
– Körperkontaktspiele in der kindzentrierten
   psychomotorischen Entwicklungsförderung
– Körperkontaktspiele aus systemisch-konstruktivistischer
   Perspektive

Ringen



Ringen ist ein Kampf- und Kraftsport mit Ganzkörpereinsatz ohne weitere Hilfsmittel - was bei uns auch ganz klar nackt
bedeutet.
»Ringen« und »nackt« - da hört man in diesem Zusammenhang ganz unweigerlich kritische Stimmen, die diese Art des
Ringkampfes nicht nur ins „barbarische” ziehen, sondern vorallem in dem körperlichen Einsatz jede Menge sexuelle An-
spielungen sehen und vermuten.

Dabei hat auch das nackte Ringen eine lange Tradition, denn schon bei den Olympischen Spielen der Antike gehörte das
Ringen unter dem Namen »Pale« zu den Disziplinen des Fünfkampfes, war aber auch eine Einzeldisziplin.


In der Freikörperkultur wird der Ringkampf eher aus Spaß am »Kräftemessen« veranstaltet, da kämpfen dann schon mal
Kinder gegen Erwachsene, Frauen gegen Männer, Mäd;chen gegen Jungen ... und nicht immer siegt das so vermeintlich
starke Geschlecht.

Auch, wenn es etwas lockerer gehandhabt wird, Regeln müssen sein:
Ziel ist es, den Gegner oder die Gegnerin aus dem Stand in die Bodenlage und mit beiden Schultern auf die Matte, bzw.
den Boden zu bringen. Dabei sind schlagen, treten, stoßen und würgen verboten, ebenso wie der Griff nach den Ge-
schlechtsteilen.

Der pädagogische Wert des Ringens
– Wer ringt, akzeptiert den direkten Körperkontakt. Es geht darum, Körperlichkeit zuzulassen: einen fremden Körper zu
   berühren, anzufassen, sich aber auch anfassen zu lassen.
– Einen Schritt weiter geht man, ringen Personen unterschiedlichen Geschlechts miteinander, denn hierbei können Hem-
   mungen und Ängste vor dem anderen Geschlecht abgebaut werden.
– Vertrauen. Beide Parteien vertrauen darauf, dass die Gegnerin/der Gegner die Regeln einhält und ihre/seine Stärke nicht
   ausnutzt.

Wer sich näher über das Ringen (allgemein) informieren möchte, empfehle ich folgende Bücher:
Umschlagtext:
Kinder jeglichen Alters haben das Bedürfnis zu rangeln und ihre Kräfte zu messen. Das gehört zur
Lebenswelt der Jungen aber auch zu der von Mädchen und ist für ihre psychische, soziale und kör-
perliche Entwicklung bedeutsam.

Meyer & Meyer Verlag
ISBN: 3-898-991-55-5
Umschlagtext:
Ringen, Rangeln, Raufen sind unter Kindern und Jugendlichen besonders beliebte Formen direkter
körperlicher Auseinandersetzung. Das spielerische Kämpfen mit dem Partner fördert u.a. das Körper-
und Selbstbewusstsein, Toleranz und Nachsicht und entwickelt spielerisch empathische Fähigkeiten
sowie mit Sanftheit gepaarte Sensibilität.

Borgmann-Verlag
ISBN: 3-86145-215-4
Umschlagtext:
Das „Kämpfen, Ringen und Raufen” erlebt im Sportunterricht eine Konjunktur - nicht nur im Rahmen
von Kampfsportarten, sondern insbesondere als ein pädagogisch einsetzbares und motorisch vielfäl-
tiges Bewegungsfeld, bei dem die Kinder spielerisch lernen können, ihre Kräfte miteinander zu
messen und sich zu respektieren.

Limpert-Verlag
ISBN: 3-7853-1874-X
Sumō-Ringen

Die Kampfsportart »Sumō« kommt ursprünglich aus Japan und ist eine besondere Form des Ringkampfes mit strengen,
aber einfachen Regeln - und das schon seit mehr als 2000 Jahren. Der Begriff „Sumo” bedeutet auf deutsch „sich wehren”.
Nackt ausgeführt werden kann das Sumō-Ringen jedoch nicht, denn der Gürtel (→ Mawashi) wird in den Kampf mit ein-
bezogen.

Sumō-Ringen ist in Japan nicht nur ein beliebter Sport und sondern auch Tradition - doch mit Traditionen kann auch ge-
brochen werden, denn die »neuen«, die jungen Sumō-Ringer sind nicht mehr so fettleibig wie früher ... und auch Mädchen
und Frauen dürfen inzwischen mitmachen.

Bitte beachten !
Vor einem sportlichen Wettkampf sollte man sich unbedingt erst einmal
aufwärmen und nach dem Wettkampf ein paar Dehnungsübungen machen.

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